UNSER JAHR 2025

..im Tierheim Kronach

Liebe Tierfreunde, liebe Spender, Gönner und Tierschützer,

wieder einmal neigt sich ein Jahr dem Ende zu und so ist es Zeit, ein kleines Resümee zu ziehen. Wie sah das Jahr 2025 im Tierheim Kronach aus? Hat sich etwas verbessert – oder vielleicht sogar verschlechtert?

Wie immer im Leben gibt es auch bei uns Positives und Negatives zu berichten. 

Als super positiv möchten wir die Einstellung einer neuen Kollegin bewerten, eine gelernte Tierpflegerin. Die zusätzliche Kraft war dringend nötig, da alle vorhandenen Mitarbeiter bereits hart am Limit waren. Nun können wir doch wieder etwas mehr durchschnaufen bzw. Arbeiten erledigen, für die sonst keine Zeit mehr war. Auch unsere vielen ehrenamtlichen Helfer, Hunde-Gassigeher, Katzenstreichler, Vorkontroll-Fahrer, Befüller unserer Spendenboxen in den Supermärkten, Geld- und Sachspender und und und möchten wir hier ganz ausdrücklich erwähnen. Ohne Euch und Euren Zusammenhalt würde unser Betrieb nicht so toll funktionieren – alles im Dienste der Tiere! 

Was die Anzahl der Hunde in 2025 angeht, hatten wir tatsächlich schon schlimmere Jahre. Zeitweise standen sogar einige Zwinger leer, was wir vorher so eigentlich nicht gekannt hatten. Leider gibt es aber auch hier ein großes Aber: Wir hatten wirklich den Eindruck, dass fast alle abgegebenen Hunde in irgendeiner Form schwierig waren – möglicherweise unüberlegt angeschafft (teilweise zu Corona-Zeiten), nicht wirklich verstanden, ohne wirkliche Kenntnisse nicht richtig behandelt, ohne Erziehung, oft auch einfach die falsche Rasse, die für unerfahrene Halter einfach „eine Nummer zu groß“ war. Der Leidtragende ist wie immer der Hund, der nichts dafür kann, wenn er in unpassender Umgebung aufwächst und ohne wirkliche Rücksicht auf seine Bedürfnisse sich dann oft in eine Richtung entwickelt, in der Otto-Normal-Hundebesitzer nicht mehr mit ihm klarkommt. Der letzte Ausweg ist dann meist das Tierheim, wo der Hund zwar versorgt und ganz nach unseren Kräften auch mit ihm gearbeitet wird, wo er aber hinter Gitter noch zusätzlichem Stress ausgesetzt ist und das Stigma „schwer vermittelbar“ die Interessenten auch nicht gerade Schlange stehen lässt. Gesucht sind halt immer nur die „Everybody´s Darlings“… Auch davon hatten wir natürlich Kandidaten, aber es bleibt der Eindruck, dass die „schweren Jungs“ heuer deutlich in der Überzahl waren.

Was sich in unserem Empfinden auch zu häufen scheint, sind die sogenannten Animal Hoarding-Fälle. Mehrere solcher Fälle mussten wir heuer stemmen. Besonders in Erinnerung bleibt uns ein Fall aus dem Mai, bei dem 29 Hunde, 10 Katzen und sage und schreibe 173 (!!!) Hamster aus einem Haushalt im Landkreis Kronach befreit wurden. 9 Hunde und 3 Hamster davon kamen zu uns ins Tierheim, die restlichen wurden auf andere Tierheime verteilt. Bei den Hunden handelte es sich um Teacup Pudel, eine Pudel-Art, die aufgrund ihrer unnormal winzigen Größe und den damit einhergehenden zuchtbedingten Krankheiten zu den Qualzuchten gehört. Aber die Menschen verlangen danach – trotz besserem Wissen – und zahlen dafür horrende Summen, was wiederum unseriöse Züchter auf den Plan ruft. Unsere Pudelchen waren damals voller Flöhe, heillos verfilzt, viel zu dünn und erschreckend ungepflegt und stinkend. Natürlich war auch keiner geimpft oder entwurmt, geschweige denn kastriert. Es war ein anstrengender Weg, bis sie geschoren, gebadet und entfloht waren. Gott sei Dank haben wir für alle die perfekten Familien gefunden, genau wie auch für die drei Hamster, die aus dem selben Haushalt stammten. 

Ein zweiter Animal Hoarding-Fall liegt erst zwei Wochen zurück. Diesmal wurden aus einem Haus 32 Katzen befreit, die in unbeschreiblichem Dreck und Gestank leben mussten. Wir können das Grauen hier nicht wiedergeben, denn dafür fehlen uns die Worte. 14 dieser Katzen sind nun bei uns im Tierheim Kronach in Sicherheit, die anderen wurden auf andere Tierheime verteilt. Es war ein Gewaltakt, die Tiere, die größtenteils recht scheu waren (sie bessern sich langsam), tierärztlich zu versorgen, zu kastrieren und gegen Flöhe, Schnupfen und Augenentzündung zu behandeln. Einige sind immer noch nicht wirklich gesund und könnten chronische Folgen zurückbehalten.

Dies waren die heftigsten Erlebnisse, die wir heuer hatten. Dazu kommen natürlich noch etliche „normale“ Tierabgaben bzw. Fundtiere, die natürlich auch ihre ganz eigene Geschichten mitbringen.

Sehr deutlich merkt man auch die Erhöhung der Tierarztgebührenverordnung, da oft Tiere zu uns gebracht werden, weil sich die Halter die Tierarztkosten nicht mehr leisten können (oder wollen). Und auch wir mussten zumindest vorübergehend unsere seit Jahrzehnten laufenden Kastrationsaktion von wild lebenden und scheuen herrenlosen Katzen auf Eis legen, da die Kosten einfach ins Uferlose steigen und nicht mehr tragbar sind.

Aber es gibt auch schöne, hoffnungsvolle Erlebnisse wie zum Beispiel die glückliche Vermittlung von Sorgenhund „Stella“, die nach 4 Jahren im Tierheim im Juli zu ihrem langjährigen Gassi-Frauchen ziehen durfte.

Unser großes Bau-Projekt ist seit Ende Januar 25 die Sanierung unserer Katzen-Quarantänestation. Leider ist unser ganzes Tierheim derart in die Jahre gekommen, dass noch mehrere Baumaßnahmen notwendig sein werden. Mit der Katzen-Quarantäne haben wir begonnen, weil sie aus hygienischen und arbeitstechnischen Gründen einfach nicht weiter betrieben werden konnte. Größtenteils in Eigenleistung, teilweise mit Helfern, haben unsere Hausmeister die alten Fliesen herausgerissen, Putz abgeklopft, Mauerdurchbrüche gestemmt. Da wir so viel es geht, selbst machen, dauert es natürlich etwas länger, aber es lohnt sich finanziell. Und trotzdem sprechen wir hier von Kosten um die 50 000 Euro – eine Summe, bei dem einem der Atem wegbleibt…

Und damit sind wir aber noch nicht fertig… Unser nächstes Projekt muss die Sanierung des undichten Daches unseres Altbau-Trakts sein, ein Gebäudeteil, der noch aus den 70er Jahren stammt. Ganz toll wäre in diesem Zuge natürlich eine Solaranlage darauf zu installieren, die die Energiekosten auf lange Sicht drastisch senken würde. Doch erst muss das Geld für die Anschaffung da sein… Davon und von der Fertigstellung der Quarantänestation hängt es ab, wie wir weitermachen können. Für Dach und Quarantäne rechnen wir mit 

Sanierungskosten im sechsstelligen Bereich… Obwohl wir schon seit Jahren eisern sparen, können wir das nur mit Ihrer Hilfe schaffen.

Wir wissen, dass die Zeiten für uns alle nicht leicht sind. Falls Sie aber unseren Tieren, denen dies alles letztendlich natürlich zugutekommt, vielleicht noch ein kleines Weihnachts- oder Neujahrsgeschenk zukommen lassen möchten, würden wir nicht nein sagen… Auch für die Tierarztkosten können unsere Tiere wirklich jeden Cent sehr gut gebrauchen! Das Überleben unseres Vereins ist ohne Menschen wie Sie unmöglich! 

Falls Sie eine Kleinigkeit überweisen möchten, hier unsere Bankverbindung: DE 51 771500000240001164 bei der Sparkasse Kulmbach-Kronach. Bitte nicht vergessen, Ihre Adresse anzugeben, wenn Sie eine Spendenquittung wünschen!

Ansonsten dürfen und wollen wir aber auch nicht allzu viel klagen, denn wir sind (bis auf unsere „Zipperlein“) gesund und auch wenn die Arbeit manchmal nicht einfach ist, so „wursteln“ wir uns doch durch und im Moment kriegen wir alles noch irgendwie auf die Reihe. Die Hauptsache ist doch, dass wir für unsere Tiere das Beste herausschlagen und passende und liebevolle Heime für alle finden.

Ein herzliches Vergelt´s Gott geht an alle unsere Spender, Gönner, ehrenamtlichen Helfer und Freunde. Lassen wir uns nicht entmutigen, auch wenn die Zukunft mit den momentanen Krisenherden in der Welt alles andere als rosig aussieht. Starten wir lieber zuversichtlich und energiegeladen in ein Neues Jahr! Stehen wir weiterhin zusammen, um denen zu helfen, die sich nicht selbst helfen können und die auf uns angewiesen sind – den Tieren!

Trotz allem Leid in der Welt wünschen wir Ihnen daher ein harmonisches, friedliches und besinnliches Weihnachtsfest. Vergessen wir unsere täglichen Sorgen und Nöte wenigstens kurz und genießen das feierliche Zusammensein mit unseren Lieben! Außerdem wünschen wir allen Tierfreunden einen guten Rutsch und ein möglichst gesundes, sorgenfreies und erfolgreiches Jahr 2026!!! 

Ihr Tierschutzverein Kronach