“Rubio”, männlich, kastriert, Podenco, geb. 10/17, 53 cm, derzeit noch im Tierheim Sierra Nevada

NOTFALL
RUBIO
Rüde
Podenco
geboren ca. 18.10.2017
SH ca. 53 cm

mag keine Katzen

Im Tierheim Sierra Nevada/Spanien seit 11.12.2018

Fast sein ganzes Leben lang im Tierheim – wann gibt es ein Happy-End für Podenco Rubio?

Ist es zu fassen, dass dieser süße Podenco schon drei Jahre (Stand September 2021) in unserem Tierheim auf eine neue Familie wartet? Drei Jahre!!! Drei Jahre, während derer er andere Hunde kommen und gehen sah, neue Freundschaften geschlossen und wieder verloren hat und jeder Tag gleich für ihn ablief. Fressen, Auslauf im Hundehof, ab und zu Gassi gehen mit unseren Ehrenamtlichen. Ist es zu viel verlangt, sich ein bisschen mehr vom Leben zu erhoffen?

Dabei hatte Rubio wirklich Glück im Unglück, denn ohne seinen Schutzengel wäre er vermutlich schon nicht mehr am Leben. Er tauchte im Herbst 2018 in Canales, einem kleinen Dorf in den Bergen der Sierra Nevada auf, und niemand wusste, wo er herkam. Es könnte sein, dass er von einem Jäger ausgesetzt wurde, weil er vielleicht nicht für die Jagd taugt oder sich während einer Meutejagd verlaufen hat und sein Besitzer nicht mehr nach ihm geforscht hat. Leider sind Podencos vielfach Wegwerfware und Gebrauchsgegenstände, die man benutzt oder auch schnurstracks entsorgt, wenn sie keine Leistung bringen oder Mühe machen.

So stand Rubio auf einmal mutterseelenallein da und hat es einer Anwohnerin zu verdanken, dass er gerettet werden konnte. Die Frau fütterte ihn und verständigte unser Tierheim, so dass wir ihn im Dezember 2018 in unsere Obhut nehmen konnten. Wie lange Rubio damals schon unterwegs gewesen war, lässt sich schwer sagen. Er war jedoch sehr ungepflegt, unterernährt und am Ende seiner Kräfte. Im Tierheim wurde er erst einmal aufgepäppelt und entwickelte sich zu einem fröhlichen und lebenslustigen Podenco.

Und dennoch hat die Vergangenheit Spuren bei Rubio hinterlassen. So stellten wir zum Beispiel gleich am Anfang fest, dass Rubio offenbar unter dem sogenannten Zwingerkoller leidet, da er sich immer wieder um die eigene Achse dreht, wenn man ihn im Zwinger einsperrt. Auch andere Stereotypien hat er entwickelt. So läuft er mitunter immer wieder am Zaun auf und ab oder schaut gedankenverloren minutenlang in den Himmel, ohne dass wir dort etwas Interessantes entdecken können.

All dies sind Anzeichen dafür, dass Rubio in seiner Vergangenheit lange eingesperrt war und der sensible Hund die fehlende körperliche und geistige Auslastung einfach nicht verkraftet hat. Das würde auch zu unserer Vermutung passen, dass er ein ehemaliger Jagdhund war, da viele Jäger in Spanien ihre Podenco-Meuten außerhalb der Jagdsaison in kleinen Verschlägen unterbringen.

Rubios Stereotypien haben sich während seiner drei Jahre im Tierheim inzwischen schon stark verbessert, aber trotzdem treten diese Verhaltensweisen immer mal wieder auf. Man hat den Eindruck, dass Rubio manchmal die Wirklichkeit ausblendet und in seiner eigenen kleinen Welt lebt.

Kann man es ihm verdenken? Auch wenn es ihm im Tierheim wahrscheinlich besser geht als jemals zuvor im Leben, auch wenn er keinen Hunger leiden muss, medizinisch versorgt wird und liebe Menschen zum Streicheln um sich hat, so ist es doch nicht das Leben, das sich ein Hund wünschen würde, wenn er die Wahl hätte. Und während bei anderen robusteren Vierbeinern schlechte Erfahrungen nicht so viel Eindruck hinterlassen, reagiert der sensible Rubio eben auf seine ganz eigene Art und Weise.

Was Rubio nun so dringend nötig hätte, wäre eine eigene Familie, und damit meinen wir keinen kleinen Verschlag bei einem Jäger, sondern ein Plätzchen im Haus, im Leben und im Herzen von netten Menschen, die sich liebevoll um den süßen Podenco-Mann kümmern, die ihn beachten, auf ihn Rücksicht nehmen und ihn am Familienleben teilhaben lassen. Nur so können die Wunden, die er in seiner Vergangenheit erfahren musste, langsam ganz heilen.

Charakterlich ist Rubio alles andere als schwierig. Er ist, ganz im Gegenteil, ein offener, freundlicher und aufgeschlossener Kerl, der alle Menschen fröhlich und neugierig begrüßt und seine Freundschaft anbietet. Er ist gutmütig, eher unterwürfig und hat auch beim Tierarzt keine Schwierigkeiten gemacht. Wir denken, dass er auch mit größeren, vernünftigen Kindern keine Probleme hätte.

Wie die meisten Podencos ist er sehr verschmust und anschmiegsam und liebt engen Körperkontakt zu seinen Bezugspersonen. Oft kommt er angelaufen und stupst uns mit seiner Nase an, in der Hoffnung auf Zuwendung und Streicheleinheiten.

Auch mit anderen Hunden versteht er sich bestens. Er hatte mit keinem seiner vielen wechselnden Hundekollegen bisher Streit. Rubio könnte daher sicher auch als Zweithund leben.

Nur Katzen mag er leider gar nicht und möchte sie gerne jagen.

A propos Jagen: Podencos sind Jagdhunde und haben in der Regel eine gute Portion Jagdtrieb. Davon ist auch bei Rubio auszugehen. Er sollte daher besser an der Leine Gassi geführt werden. Rubio geht liebend gern spazieren, er genießt die Bewegung, schnüffelt begeistert hier und da und freut sich, wenn er etwas über seinen Tellerrand hinausschauen kann. Wie gern würde er mit seinen Menschen lange Ausflüge unternehmen und die Welt kennenlernen! Für Stubenhocker ist Rubio definitiv nicht der richtige Hundepartner!

Zuhause lässt es Rubio dagegen auch gern mal ruhig angehen, entspannt sich beim Schmusen und würde sich bestimmt über ein kuscheliges Hundebett sehr freuen.

Wer Rubio eine Chance geben möchte, muss bedenken, dass der arme Kerl wahrscheinlich noch nie einem richtigen Menschen-Haushalt gelebt hat. All die alltäglichen Dinge, die für andere Hunde längst selbstverständlich sind, könnten für ihn daher neu sein. Er könnte zum Beispiel vor Fernseher oder Staubsauger erschrecken, aufs Sofa springen, den Mülleimer ausleeren oder gar die Teppichfransen anknabbern. Auch das Alleinbleiben sollte man erst langsam und schrittweise mit ihm üben.

Wenn es anfangs noch nicht ganz rund laufen sollte, dann bitte nicht die Geduld verlieren. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und Rubio wird ganz sicher alles lernen, was er im Zusammenleben mit uns Menschen wissen muss. Am besten geht das, wenn man die Erwartungen anfangs nicht zu hoch steckt, ihn nicht drängt, sondern ruhig und gelassen bleibt und ihn mit guten Worten oder einem Leckerli belohnt.

Natürlich muss Rubio auch noch ein paar Hundekommandos lernen. Hierbei muss man aber wissen, dass Podencos sehr unabhängige Hunde sind, die ihren eigenen Kopf haben und sich nicht so „drillen“ lassen wie zum Beispiel ein Schäferhund.

Für Rubio wünschen wir uns ein Zuhause mit eingezäuntem Garten. So kann er auch mal ohne Leine draußen herumrennen und Freiheit genießen. Hektischer Stadtverkehr würde ihm sicher Angst einjagen. Es wäre toll, wenn sein neues Domizil eher ländlich gelegen wäre.

Rubio ist sicher kein Hund wie jeder andere. Er bringt ein Päckchen aus seiner Vergangenheit mit, das er aber gerne abwerfen würde. Vielleicht gibt es ja doch irgendwo nette Menschen, die ihm dabei helfen möchten? Die ihn so nehmen, wie er ist und die ihm gerade deshalb eine Chance geben wollen? Die das Potential sehen, das in ihm steckt und ihm ein richtig schönes, erfülltes und glückliches Hundeleben bereiten möchten? Die ihn nach drei Jahren Tierheimleben endlich die lang verdiente und ersehnte Geborgenheit spüren lassen? Wenn Sie nun „Ja“ rufen, dann melden Sie sich doch schnell bei uns. Wir würden Sie gerne weiter beraten.

Ansprechpartnerin in Deutschland:

Sandra Asmussen

E-Mail: Tierheim.SierraNevada@gmx.de

Achtung! Rubio wird zwar auf unserer Seite vorgestellt, nicht aber über das Tierheim Kronach vermittelt. Bei Interesse wenden Sie sich bitte ausschließlich an die angegebene Kontaktadresse! Danke!

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