“Angelika”, weiblich, kastriert, Podencomix, geb. 06/20, 40 cm, aus einer Pflegestelle in Berlin

NOTFALL!!!

ANGELIKA
Hündin
Rasse: Podencomix
Geboren: ca. 03.06.2020
Schulterhöhe: ca. 37-40 cm

Im Tierheim Sierra Nevada/ Spanien seit: 14.05.21 / auf Notpflegestelle Berlin seit Ende Juli 2021

Wer möchte Dreibeinchen Angelika nach einem schweren Start ins Leben neue Hoffnung und neues Glück schenken?

Gerade mal 1 Jahr (Stand Juni 2021) ist die zuckersüße Podenco-Mischlingshündin Angelika alt und schon musste sie die traurigen Seiten des Lebens am eigenen Leib erfahren… Wie so viele ungewollte spanische Hunde wurde sie vermutlich ausgesetzt und irrte verloren durch die Gegend, immer auf der Suche nach Futter, Wasser und einem sicheren Schlafplatz.

Doch als ob das nicht schon schlimm genug gewesen wäre, traf sie das Schicksal noch härter: Sie wurde – so vermuten wir, denn es gibt keine Augenzeugen – auf der Straße von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Sie muss auf jeden Fall einen sehr schweren Schlag erhalten haben, denn vor allem am rechten Hinterbein erlitt sie multiple Brüche und Wunden. Das Knie war komplett zertrümmert, alle Gelenke ausgekugelt und deplaziert und alle Sehnen waren gerissen, dazu natürlich noch jede Menge Haut-Abschürfungen, Schnitte und Blutergüsse.

Doch Angelika hatte trotz allem noch Glück im Unglück, denn eine Familie nahm sich ihrer an und versorgte sie mit Futter. Sonst hätte die zarte Hündin vermutlich keine Überlebenschancen gehabt – schließlich ist die tägliche Futterbeschaffung schon für Straßenhunde mit vier funktionierenden Beinen nicht immer einfach. Leider brachten die Leute Angelika jedoch nicht zum Tierarzt und so kann man nur erahnen, welche Schmerzen diese zierliche Seele gelitten haben muss. Keine Frage, Angelika ist eine Kämpferin und hat zweifellos einen starken Überlebenswillen.

Da die Finder Angelika nicht für immer behalten wollten und vermutlich auch einsahen, dass sie mehr Hilfe benötigte als sie bereit waren, ihr zu geben, wandten sie sich schließlich an uns und brachten die kleine Maus in unser Tierheim. Dort schlugen wir die Hände über dem Kopf zusammen, denn Angelikas Bein bot einen schlimmen Anblick. Zwar waren die offenen Wunden inzwischen verheilt, doch das Bein war aufgrund der gerissenen Sehnen und der von allein und falsch verwachsenen Knochen derart verformt, dass es sich nach hinten bog und nicht mehr zum Laufen eingesetzt werden konnte. Auch hatte Angelika ganz sicher noch höllische Schmerzen.

Eine sofortige Röntgenuntersuchung in der Tierklinik ergab, was wir alle schon vermutet hatten: Dieses Bein konnte nur noch amputiert werden! Da war nichts mehr zu retten! Zwar war das ein schwerer und vor allem endgültiger Schritt, aber die einzige Möglichkeit, um Angelikas Leidensweg doch noch einen guten Ausgang zu bereiten. Lieber auf drei Beinen fröhlich und schmerzfrei durchs Leben humpeln, als sich mit einem Bein belasten, das zu nichts mehr zu gebrauchen ist und zusätzlich noch Schmerzen verursacht.

Außerdem stellte der Tierarzt zu allem Unglück auch noch ein Karzinom an der linken Ohrspitze fest, weshalb ihr – um eine Ausbreitung gleich im Keim zu ersticken – ein großes Stück des Ohres abgenommen werden musste.

Beide Amputationen – Bein und Ohrspitze – hat Angelika inzwischen bestens überstanden. Es erstaunt uns immer wieder, wie schnell sich ein Hund an eine Behinderung gewöhnen kann und wie mühelos er damit umgeht. Wir Menschen sind es immer, die mehr Probleme damit haben.

Dann hatte Angelika das große Glück und durfte Anfang Juli 2021 auf eine Pflegestelle nach Berlin umziehen. Anfangs war dort alles super, doch leider wurde sie nach einiger Zeit dort, von einem Hund der Familie grundlos angegriffen und stark zerbissen und hat nun erneut eine lange Tortur der Heilung hinter sich. Inzwischen geht es ihr aber zum Glück wieder gut. Es ist erstaunlich, wie gut sie dies alles gemeistert hat. Sie ist eine wirklich sehr tapfere kleine Hündin mit einem starken Lebenswillen. Angelika bekommt man nicht so schnell unter. Und sie hat sich auch trotz all der erneuten Schmerzen und Einschränkungen ihr liebevolles Wesen bewahrt.

Leider kommt nun zu allem noch hinzu, dass das Pflegefrauchen schwer erkrankt ist und Angelika deshalb so schnell wie möglich ein neues Zuhause benötigt, da sie die Pflegestelle schnellstens verlassen sollte.

Auf uns macht Angelika jetzt einen richtig fröhlichen, ja irgendwie erleichterten und befreiten Eindruck. Sie spürt ganz sicher, dass es ihr besser geht und gewinnt jeden Tag mehr Ausdauer und Beweglichkeit zurück. Sie flitzt durch den Garten, dass es eine wahre Augenweide ist. Dass sie ein sehr leichter und zierlicher Hund ist, hilft ihr nun natürlich enorm.

Sie geht auch sehr gerne an der Leine spazieren und genießt es, überall zu schnüffeln und Neues zu sehen. Wir vermuten allerdings, dass sie auch Jagdtrieb besitzt, was für einen Podenco ja nicht unnormal wäre. Auf freiem Gelände sollte sie daher besser an der Leine gehalten werden. Für lange Wanderungen ist Angelika aber trotzdem nicht geeignet. Kürzere Strecken, dafür aber öfter, sind viel besser für sie geeignet.

In der Pflegestelle genießt es Angelika sichtlich zu spielen und herumzutollen. Man merkt, dass sie noch sehr jung ist, denn sie ist temperamentvoll, aktiv, unternehmungslustig und neugierig. Wenn sie müde ist, dann verzieht sie sich aufs Sofa, auf das sie übrigens mühelos hinaufspringt, und schläft friedlich.

Charakterlich ist Angelika ein wahrer Schatz! Sie ist ein Sonnenschein, immer fröhlich und gut gelaunt und zu allen Menschen gleichermaßen freundlich und liebevoll.

Angelika ist sehr gutmütig und hat alle Behandlungen beim Tierarzt klaglos über sich ergehen lassen. Trotz ihrer anfänglichen Schmerzen ließ sie sich stets von uns anfassen und hat nie auch nur ansatzweise ungnädig reagiert. Sie ist einfach nur eine gute Seele.

Ihre Bezugspersonen liebt sie über alles und hält sich gerne in ihrer Nähe auf. Oft begleitet sie diese bei ihren Arbeiten in Haus und Garten und bietet sich zwischendurch immer wieder zum Schmusen an. Davon kann sie einfach nicht genug bekommen. Ganz nach Podenco-Art schmiegt sie sich dabei gerne auch eng an ihre Menschen und sucht immer wieder Körperkontakt. Trotzdem merkt man immer wieder, dass sie auch schlechte Erfahrungen gemacht hat, weil sie bei manchen Bewegungen unwillkürlich zusammenzuckt und im ersten Moment wohl etwas Negatives erwartet.

Auch mit ihren Hundekumpels versteht sich Angelika bestens. Sie ist alles andere als dominant und möchte mit jedem gut Freund sein. Sie wäre auch gut als Zweithund geeignet.

Wer Angelika eine Chance geben möchte, muss wissen, dass sie zwar superlieb, aber bislang noch nicht erzogen ist. Sie ist ja noch ganz jung und hatte sicher noch niemanden zuvor, der mit ihr geübt hat. Aber sie ist lernfähig und aufmerksam und wir denken, dass sie mit etwas Geduld und Verständnis die Grundbegriffe des kleinen Hundeeinmaleins schnell lernen wird. Mit anfänglichen Ausrutschern wie einem Häufchen in der Wohnung, einem ausgeleerten Mülleimer oder einem angeknabberten Schuh muss aber dennoch gerechnet werden. Daher sollte Angelika in der Anfangszeit auch nicht zu lange allein bleiben müssen. Autofahren ist sie durch mehrere Tierarztbesuche aber immerhin schon mal gewöhnt.

Am schönsten für Angelika wäre natürlich, wenn sie in ein Haus mit umzäunten Garten ziehen dürfte. Dort könnte sie dann nach Herzenslust auch mal ohne Leine flitzen. Wichtig wäre auch, dass sie nicht allzu viele Stufen gehen muss, denn auch wenn sie im Moment noch jung und sehr agil ist, könnten ihr die Treppen aufgrund ihrer Behinderung im Alter sehr große Schwierigkeiten bereiten.

Die Behandlung ihres Beins ist übrigens inzwischen abgeschlossen und bedarf keiner weiteren Nachsorge mehr. Allerdings sollte auf ihr Gewicht geachtet werden, denn Übergewicht würde ihren Knochen natürlich besonders schaden.

Was uns im Tierheim aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass Angelika eine sehr dünne, zarte Haut hat und schnell blutet, wenn sie sich verletzt. Daher bekommt sie im Moment einen Futterzusatz, der die Haut kräftigen soll. Dieses Problem haben aber auch viele andere Windhunde. Vielleicht hängt es auch mit ihrer weißen Fellfarbe zusammen. Sie ist zwar kein Albino, aber gerade weiße Hunde haben ja oft eine empfindliche Haut.

Nach all dem Leid und all den Schmerzen wünschen wir uns für Angelika nun natürlich ein Traum-Zuhause, denn das hat dieser Schatz wirklich verdient! Vielleicht gibt es ja irgendwo nette Menschen, die sich nicht an ihrer Behinderung stören und die ihren liebenswerten und sympathischen Charakter zu schätzen wissen?

Wer möchte Angelika nach ihrem schlimmen Start ein richtig glückliches und erfülltes Hundeleben bieten?

Ansprechpartnerin in Deutschland:

Sandra Asmussen

E-Mail: Tierheim.SierraNevada@gmx.de

Link zum Album von Angelika: https://photos.app.goo.gl/fTv4J38Wkr8LHMDcA

Achtung! Angelika wird zwar auf unserer Seite vorgestellt, aber nicht über das Tierheim Kroanch vermittelt. Bei Interesse wenden Sie sich bitte ausschließlich an die angegebene Kontaktadresse. Danke!

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