„Norma“, weiblich, kastriert, Hauskatze, geb. ca. 2014

Katzendame Norma – ihre wundersame Wandlung vom fauchigen „Besen“ zum Schmuse-Weltmeister oder Sind Katzen musikalisch?

Sind Katzen musikalisch? Diese Frage haben wir uns im Tierheim bis jetzt noch nie gestellt – bis jetzt. Denn unsere Norma scheint im wahrsten Sinne des Wortes ein offenes Ohr für Musik zu haben. Doch beginnen wir von vorne.

Norma (so wurde sie von uns getauft) wurde Mitte Februar in Kronach gefunden. Sie war wohl schon einige Zeit zuvor in der Gegend herumgestreunt und die Nachbarn kannten sie nicht.

Anfangs dachten wir, dass sich bestimmt ein Besitzer melden würde, denn Norma war nicht nur gut gepflegt, sondern auch gut genährt – um nicht zu sagen sogar richtig dick… 🙂 Beim Tierarzt stellte sich zudem heraus, dass sie bereits kastriert war und den für manche ältere kastrierte Katzen typischen „Schwabbelbauch“ hat. Leider hat jedoch bis heute niemand nach ihr gefragt und da sie weder gechipt noch tätowiert ist, konnten auch wir keinen Besitzer ermitteln. Daher suchen wir nun eine neue Familie für Norma.

Von ihren Findern hatte sich Norma wohl ohne Probleme anfassen und streicheln lassen. Sich aber auf einmal hinter Tierheimgittern wiederzufinden, warf die selbstbewusste Katzendame derart aus der Bahn, dass sie erst einmal nichts mit uns zu tun haben wollte. Queen Norma war „really not amused“ und zeigte dies auch deutlich. Sie zog sich in eine Katzenhöhle zurück, fauchte was die Stimme hergab und dachte nicht im Traum daran, sich anfassen zu lassen. Jeder Annäherungsversuch unsererseits wurde mit wütendem Fauchen und Murren oder Pfotenhieben quittiert, so dass wir schon dachten, einen kleinen Tiger bei uns zu haben. Norma zeigte uns mehr als deutlich, was sie vom Tierheim im Allgemeinen und uns im Besonderen hielt und wir fürchteten schon, dass wir nie mit ihr warm werden würden.

Doch langsam änderte sich ihre Einstellung uns gegenüber trotzdem. Das könnte natürlich am regelmäßigen leckeren Futter liegen oder auch damit zu tun haben, dass ihre anfänglichen Befürchtungen, wir könnten Katzenfresser sein, sich dann doch nicht bewahrheitet haben. Es könnte aber auch an der Musik liegen…

Eine unserer Tierpflegerinnen hat nämlich die Angewohnheit, beim Saubermachen zu singen. Dabei fiel ihr auf, dass Normas Fauchkanonade verstummte, sobald sie singend in ihre Nähe kam, und dann sogar in ein Schnurr-Konzert überging. Beim ersten Mal glaubte sie noch ihren Ohren nicht zu trauen, da wir von Norma nur Missfallensbekundungen gewöhnt waren. Doch es wiederholte sich auch in den nächsten Tagen. Sobald Norma den Gesang hörte, reckte sie ihr Köpfchen aus der Höhle, in der sie gewöhnlich Zuflucht suchte, und begann zu schnurren. Nach ein paar Tagen wagte sie sich vorsichtig immer weiter auf die Pflegerin zu, streckte ihr das Köpfchen entgegen und nahm die dargebotene Streichel-Hand gerne in Empfang. Von da an gab es kein Halten mehr. Norma taute immer mehr auf, fand Gefallen an den Schmuseeinheiten und auch an uns Menschen. Vielleicht kennt sie ja das Sprichwort „Da wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder“. 🙂 Es klingt wirklich witzig, aber durch Singen haben wir es geschafft, Norma zu „knacken“.

Inzwischen ist sie zur derzeitigen Schmuse-Queen und größten Schmusekatze des Tierheims aufgestiegen. Sobald sie uns sieht, weicht sie uns nicht mehr von der Seite, schmeichelt um unsere Beine, reibt sich an Armen und Händen und bietet sich so oft es geht zum Streicheln an. Sie schnurrt wie ein lauter Rasenmäher und kann nicht genug von jeglichen Aufmerksamkeiten oder Liebkosungen bekommen. Die Wandlung von der fauchigen Kratzbürste zur Schmuse-Weltmeisterin ist wirklich extra – von null auf hundert!

Ob es nun wirklich am schaurig-schönen Gesang der Tierpflegerin lag oder Norma auch ohne Gesang Vertrauen gefasst hätte – wir wissen es nicht. Allein das Resultat zählt und das ist zweifellos eine super zutrauliche, unglaublich verschmuste und sehr sympathische Katzendame, die man einfach gern haben muss.

Und so suchen wir nun für unsere musikalische Schmuserin ein liebevolles Zuhause bei netten Menschen, wo sie all die Liebe bekommt, die sie so lange vermisst hat, nach der sie sich aber so sehr sehnt.

Norma ist gutmütig, zutraulich und freundlich. Sie lässt sich problemlos hochheben und herumtragen und hat auch beim Tierarzt keine Schwierigkeiten gemacht. Vor kurzem musste ihr ein Tumor an der Seite wegoperiert werden, der aber laut Tierarzt komplett entfernt werden konnte und keine Metastasen gebildet hat. Im Moment ist sie daher an der rechten Seite noch rasiert, aber es ist alles bestens verheilt und es muss nur noch das Fell wieder nachwachsen.

Natürlich könnte es sein, dass Norma in neuer Umgebung und herausgerissen aus ihrem jetzigen Umfeld wieder etwas grantig oder reserviert reagieren könnte. Doch nun wissen wir ja, wie man Norma umstimmen kann: mit Geduld, Liebe und Gesang! So denken wir, dass sie sich auch in einer neuen Familie problemlos eingewöhnen würde.

Ältere Kinder oder andere, verträgliche Katzen sollten kein Problem sein. Bei uns im Tierheim versteht sie sich eigentlich mit allen Artgenossen gut.

Norma ist absolut sauber, vom Temperament her eher ruhig, brav und kann sich in der Wohnung benehmen. Da sie draußen gefunden wurde und vermutlich Freigang gewöhnt ist, sollte sie auch in ihrem zukünftigen Zuhause wieder nach draußen dürfen. Bei uns sitzt sie oft am Fenster und schaut sehnsüchtig ins Freie. Es wäre daher schön, wenn sie nach einer gewissen Eingewöhnungszeit wieder ihre Runden durch Wiesen und Felder drehen könnte. Ihr neues Zuhause sollte daher in verkehrsberuhigter Umgebung, gerne auf dem Land, liegen.

Wenn Sie Musik, Kuscheln, Streicheleinheiten und nette Katzengesellschaft genauso lieben, könnte Norma perfekt zu Ihnen passen. Vielleicht könnten Sie ja gemeinsam Hausmusik machen: Sie singen und Norma schnurrt im Duett dazu. Wie wär´s? 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.