„Madonna“, weiblich, kastriert, Hauskatze, geb. ca. 08/20

Schüchternes Katzenmädchen sucht Menschen mit viel Verständnis!

Auch wenn Madonna auf den ersten Blick „nur“ grau getigert ist, so ist sie doch etwas ganz Besonderes. Ihr Fell hat eine sehr ungewöhnliche Graufärbung, eher hellgrau mit einem ganz leichten Stich ins Blaugraue. Zusammen mit ihren hellgrünen Augen ist sie wirklich eine richtige Schönheit – leider jedoch eine (zumindest im Moment noch) relativ unnahbare Schönheit.

Madonna kam zusammen mit 23 (!!!) weiteren Verwandten zu uns ins Tierheim – vermutlich alle verwandt: Brüder, Schwestern, Mütter, Väter, Onkel, Tanten und Cousinen. Die Großfamilie – bis auf zwei Katzen leider alle unkastriert – lebte auf einem Bauernhof, wo sie eine Scheune als Unterschlupf bezogen hatte. Als diese Scheune nun abgerissen wurde, hatten die Samtpfoten kein Dach über dem Kopf mehr und da sie ohnehin nicht gern gesehen, sondern bestenfalls geduldet waren, wurden sie nach und nach eingefangen und ins Tierheim gebracht, wo sie natürlich erst einmal kastriert, geimpft und entwurmt wurden – ein Kraftakt, und zwar finanziell, platzmäßig und organisatorisch.

Nun suchen wir händeringend Plätze für unsere scheuen Wildfänge, da unsere beiden Katzenzimmer total überfüllt sind und uns der Platz blockiert wird, den wir für weitere Notfälle dringend bräuchten. Außerdem sind die Bauernhofkatzen, die vorher nie in einem Haus waren und ihre Freiheit gewöhnt sind, verständlicherweise in der Enge unserer Katzengehege kreuzunglücklich.

Doch wie Katzen vermitteln, die sich (noch) nicht anfassen lassen? Madonna und ihre Kumpels sind ohne richtigen Kontakt zu Menschen aufgewachsen, was bedeutet, dass sie uns Zweibeinern gegenüber sehr misstrauisch eingestellt sind. Im Moment lässt sich noch keine einzige anfassen, von streicheln ganz zu schweigen. Die meisten reißen sofort aus und fauchen, wenn man nur in ihre Nähe kommt. Da die Mehrheit der Katzen aber noch recht jung ist – geboren zwischen Frühjahr und Herbst 2020 -, haben wir die Hoffnung, dass sie sich mit der Zeit doch noch aus ihren Schneckenhäusern locken lassen. Doch dazu braucht es Menschen mit viel Katzenverstand, Geduld und Liebe.

Madonna ist allerdings schon auf einem sehr guten Weg. Sie ist die neugierigste und mutigste unserer Bauernhofkatzen. Während die meisten anderen sofort voller Panik ausreißen, sobald wir das Katzenzimmer betreten und sich auf den obersten Liegebrettchen oder hinter den Körbchen verstecken, bleibt Madonna recht cool und kommt sogar teilweise auf uns zu. Sie ist bei allem, was wir tun, immer in der Nähe und schaut uns genau zu. Anfassen will sie sich jedoch trotzdem noch nicht lassen, aber sie hat bereits an unseren Fingern geschnuppert. Natürlich bedrängen wir sie nicht, denn das würde sie nur erneut verschrecken. Aber wir denken, dass sie schnell auftauen und Vertrauen fassen wird, wenn man nur etwas Geduld hat und sie nur noch gute Erfahrungen machen kann.

Gesucht werden nun Katzenliebhaber, die Madonna bei sich aufnehmen, ohne anfangs allzu hohe Erwartungen zu haben. Herausgerissen aus ihrer inzwischen gewohnten Tierheim-Umgebung und der Sicherheit all ihrer Kumpels kann es nämlich durchaus sein, dass sie erst mal wieder einen Rückschritt macht und sich erneut verschließt und vor den Menschen versteckt. Dann heißt es, nicht enttäuscht zu sein, sondern Geduld zu haben und abzuwarten. Da sie noch jung und unendlich neugierig ist, wird Madonna von allein auf uns zukommen.

Kleine Kinder sollten in Madonnas neuem Zuhause nicht leben. Dafür muss aber mindestens eine weitere Katze vorhanden sein. Gern würde Madonna auch eine ihrer Verwandten mitbringen. Madonna ist wie alle Mitglieder ihrer Großfamilie eine sehr soziale Katze, die noch nie ohne Kumpel gelebt hat. Sie ist sehr auf andere Katzen bezogen, sucht deren Nähe und kuschelt mit ihnen zusammen im Körbchen. Ganz allein in fremder Umgebung würde sie sich sehr verloren vorkommen. Sie braucht einfach einen Samtpfoten-Freund zur Gesellschaft und Rückenstärkung.

Bei uns im Katzenzimmer ist sie erstaunlich sauber und so denken wir, dass sie sich auch in einem Haus benehmen kann – ein anfängliches Malheur kann natürlich immer mal passieren, bis sie sicher weiß, wo das Klo steht.

Nach ausreichend Eingewöhnungszeit muss Madonna auf jeden Fall wieder die Möglichkeit zum Freigang haben. Sie ist keine reine Wohnungskatze, sondern braucht ihre Freiheit. Trotzdem soll ihr immer die Tür zu ihrer Familie offenstehen, so dass sie weiß, wo Sicherheit, Geborgenheit und ein voller Futternapf zu finden sind. Wir sind davon überzeugt, dass es außerdem nur eine Frage der Zeit ist, bis sie Streicheleinheiten zu schätzen weiß.

Wenn Sie genügend Geduld und Verständnis mitbringen und denken, dass Sie einer scheuen Bauernhofkatze eine neue Heimat bieten könnten, würden wir uns riesig freuen, wenn Sie sich melden!

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