„Filou“, männlich, kastriert, Hauskatze, geb. 2017

Sorgen-Kater sucht ganz besondere Menschen oder liebe Paten!

Seit Filou im April 2019 bei uns abgegeben wurde, ist er unser großes Sorgenkind auf der Katzenstation. Bereits über ein Jahr lebt er nun bei uns – absolut ungewöhnlich für unsere Stubentiger. Selbst für schwierige Kandidaten konnten wir bisher immer relativ zeitnah neue Liebhaber finden. Nicht so jedoch für Sorgenkind Filou.

Filou ist ein ganz besonderer Kater. Wir sind uns nicht sicher, ob er vielleicht irgendeine Art der Behinderung hat, ob er autistisch sein könnte oder ob er durch irgendwelche Erlebnisse in der Vergangenheit so geprägt worden ist.

Tatsache ist, dass Filou irgendwie anders ist als andere Katzen. Das beginnt schon damit, dass er nicht stubenrein ist – natürlich das Totschlagargument für jede mögliche Vermittlung. Verständlicherweise will niemand ein Tier, das nicht stubenrein ist. Leider benutzt Filou das Katzenklo bis heute weder für sein kleines Geschäft und meist auch nicht für das große. Er geht dafür aber in der Regel immer in dieselbe Zimmerecke. Leider bringt es jedoch gar nichts, das Klo dann einfach dort hinzustellen. Dann wählt er einen neuen Platz. Wir haben schon so viel versucht, aber leider alles umsonst. Filou bleibt seiner Unsauberkeit treu. Immerhin akzeptiert er es aber inzwischen, wenn wir Laken dort auslegen.

Der Grund für Filous Unsauberkeit könnte in unseren Augen vielleicht eine Art der Behinderung sein. Wenn man ihn beobachtet, hat man ganz stark den Eindruck, dass er nicht richtig „da“ ist. Er schaut oft so fragend, so verwirrt, als wüsste er mit der Realität nichts anzufangen und als lebte in seiner eigenen Welt. Er bewegt sich auch anders als andere Katzen, vorsichtiger, langsamer, irgendwie fragender. Es ist auch schon vorgekommen, dass er gegen Glastüren gelaufen ist oder das Liegebrettchen beim Hochspringen verfehlt hat.

Natürlich ließen wir ihn schon längst in der Tierklinik komplett durchchecken. Er war sogar mehrere Tage zur Beobachtung dort. Gefunden wurde aber nichts – alle Werte waren normal. Bluttest, Kotprobe, Urinprobe, Ultraschall von Blase und Niere, Augenuntersuchung – wir ließen nichts aus. Das Ergebnis war jedoch immer das gleiche: Filou ist pumperlgesund. Weder hat er ein Problem mit seiner Sehfähigkeit, noch eine Blasenentzündung, irgendwelche Parasiten, Harngrieß oder Nierensteine.

Die einzige Diagnose, die die Ärzte stellen konnten, war Epilepsie, nachdem wir ganz am Anfang seines Tierheimaufenthaltes mehrere Anfälle miterlebt hatten. Daraufhin bekam Filou Tabletten, die er sich auch anstandslos verabreichen ließ. Nach einiger Zeit durften wir die Dosis halbieren und da keine weiteren Anfälle mehr aufgetreten sind, bekommt Filou nun schon seit mehreren Monaten gar keine Behandlung mehr. Er hatte seitdem trotzdem keinen Anfall mehr. Natürlich muss man das aber weiter im Auge behalten.

Charakterlich ist Filou ein Traum: er ist einfach nur lieb! Er ist ein richtig „treudoofer“ Geselle, der alles mit sich machen lässt, der sämtliche Tierarztbesuche und Behandlungen klaglos und ohne Murren oder gar Kratzen über sich ergehen ließ (und er hat schon einige hinter sich!) und mit dem man alles machen kann. Er ist gutmütig wie kein zweiter, freundlich, verschmust, anhänglich – wirklich eine gute Seele.

In unserem Katzenzimmer ist er sehr ruhig und macht bis auf die Unsauberkeit keinerlei Probleme. Er macht nichts kaputt und man merkt ihn kaum. Meist liegt er auf seinem Plätzchen, beobachtet uns beim Saubermachen, holt sich zwischendurch ein paar Streicheleinheiten ab und freut sich, wenn man mit ihm spricht.

Er liebt seine tägliche Routine und ist insgesamt ein Kater, der einen sehr ruhigen Tagesablauf mit immer demselben Trott schätzt. Neuerungen kann er nur schwer verkraften. Kommen zum Beispiel neue Katzen zu ihm ins Katzenzimmer, braucht er ein paar Tage, bis er sich an die neue Situation gewöhnt hat. Er ist dann aufgeregter als sonst, tigert unruhig auf und ab und man merkt deutlich, dass ihn die neue Situation überfordert. Sind die Neuzugänge dann ein paar Tage da, ist alles gut. Wird dann einer vermittelt und fehlt in seiner kleinen Welt, beginnt seine Unruhe von neuem. Da bei uns im Katzenzimmer ein ständiges Kommen und Gehen ist, hat er sich in den letzten Monaten an die Veränderungen gewöhnt und ist nicht mehr ganz so „neben der Spur“, wenn Neuzugänge eintreffen. Trotzdem merkt man, dass er sich in seiner gewohnten Routine einfach am wohlsten fühlt.

Dabei ist es übrigens nicht so, dass Filou keine anderen Katzen mögen würde, im Gegenteil! Er ist sogar absolut verträglich. Noch nie haben wir gesehen, dass er eine Katze angefaucht oder sich auch nur verteidigt hätte. Im Gegenteil ist er es oft, der gemobbt wird – vielleicht weil er anders ist als die anderen? Gegen einen ruhigen Kumpel hat er absolut nichts einzuwenden und kuschelt sogar mit manchen Katzen (und auch Katern!) zusammen in einem Körbchen.

Wir wissen nicht, ob wir uns hier verständlich genug ausgedrückt haben, aber wer Filous Verhalten beobachtet, wird vielleicht verstehen, was wir meinen. Er wirkt irgendwie hilflos und etwas verwirrt, dabei aber absolut lieb und dankbar für jegliche Ansprache und Streicheleinheit. Da wir befürchten, dass er mit der „großen weiten Welt draußen“ nicht zurechtkommen könnte, möchten wir ihn lieber in reine Wohnungshaltung vermitteln. Wir denken, dass er Gefahren, die im Freien lauern, nicht wirklich einschätzen kann. Auch hält er sich bei uns fast nur im Innengehege auf und betritt das Außengehege so gut wie nie. Er scheint seine Freiheit nicht zu vermissen, sondern fühlt sich in seiner kleinen Welt sicher und geborgen.

Doch wer nimmt schon eine Katze in Wohnungshaltung, die nicht stubenrein ist? Noch dazu, wenn sie vielleicht geistig behindert sein könnte und eine mögliche Epilepsieerkrankung im Raum steht? Da kann Filou so einen guten Charakter haben wie er will, er wird wenig Chancen haben… Daher möchten wir den armen Kerl wenigstens als Patentier anbieten. Vielleicht findet er ja wenigstens einen lieben Paten, der uns finanziell etwas unter die Arme greifen möchte. So wäre wenigstens Filous Unterbringung gesichert, wenn er schon keine neue Familie finden kann.

Daher nun unsere Frage: Wer möchte Filous Pate werden oder – wir geben die Hoffnung nicht ganz auf – ihm vielleicht sogar ein neues Zuhause bieten?

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