„Brutus“, männlich, kastriert, Galgomix, geb. 23.01.11, 60 cm

8 Jahre Tierheim sind genug! Wo darf Brutus endlich Geborgenheit erfahren?

Im Jahr 2011 kam Brutus zusammen mit seiner Mutter und sechs weiteren Geschwistern in die Obhut unseres spanischen Partner-Tierheims Albolote/Granada. Damals war er noch ein ganz kleiner Welpe. Seine Mama war offenbar irgendwann ausgesetzt worden und hatte dann auf der Straße ganz allein ihre Babys zur Welt gebracht. Nur ein trauriges Hundeschicksal von vielen… 🙁

Jedoch ein Hundeschicksal mit Happy-End – zumindest teilweise…! Denn sowohl die brave Hundemami als auch sechs ihrer bildhübschen Welpen durften inzwischen so nach und nach in liebevolle Familien umziehen, die meisten genießen schon seit Jahren ihr neues Glück in vollen Zügen. Alle – bis auf Brutus und seinen Bruder Brooklyn. Die beiden Pechvögel blieben einfach übrig. Nie wollte sie jemand haben, nie hat jemand auch nur nach ihnen gefragt. Acht Jahre (!!!) lebten sie vergessen und unbeachtet hinter spanischen Tierheimgittern!

Aber schließlich hatten die beiden doch noch ihren großen Tag. Anfang August durften sie ins Tierheim Kronach ausreisen. Wir möchten dem Lebensglück der beiden Pechvögel einfach etwas auf die Sprünge helfen, denn beide sind charakterlich traumhaft und hätten ein eigenes Zuhause so sehr verdient. Und tatsächlich! Für Brooklyn kam die ersehnte Wende sehr schnell. Er lebt nun bereits seit Mitte August in seiner neuen Familie, die sehr zufrieden mit ihm ist und in den höchsten Tönen von ihm schwärmt.

Da die Trennung von seinem Bruder nach 8 gemeinsamen Jahren für Brutus sehr schwer war und er allein hinter Tierheimgittern sehr getrauert hat, hat ihn eine unserer ehrenamtlichen Helferinnen inzwischen bei sich zuhause aufgenommen. Dort versteht er sich bestens mit den bereits anwesenden Hunden und hat diese als neue Freunde akzeptiert. Nun hoffen wir so sehr, dass auch dieser liebe Kerl noch eine Chance bekommt und genauso wie seine Geschwister sein Traum-Zuhause findet.

Wenn man bedenkt, dass Brutus in den 8 Jahren seines Lebens noch nie in einem Haus war und das Leben außerhalb der Tierheimgitter überhaupt nicht kennt (er durfte in Spanien ja noch nicht einmal regelmäßig Gassi gehen – bei den vielen Tierheiminsassen und den wenigen Helfern fehlt dazu einfach die Zeit), ist es wirklich erstaunlich, wie schnell und gut er sich in seinem Pflegezuhause eingewöhnt und integriert hat. Natürlich war er anfangs sehr ängstlich (und ist es auch jetzt noch, wenn er mit Neuem konfrontiert wird), aber er hat sich an den anderen Hunden orientiert und sehr schnell begriffen, wie toll es sich in einem Haus lebt, wie gemütlich ein Körbchen ist, wie interessant Spaziergänge und wie wohltuend Streicheleinheiten sind.

Sein Pflegefrauchen ist voll des Lobes und betont, dass Brutus ein sehr angenehmer Hausbewohner ist, sehr ruhig und brav, der nichts kaputt macht, nicht kläfft und auch absolut sauber und stubenrein ist. Man könnte fast denken, dass sich Brutus wirklich Mühe gibt, um zu zeigen, was er für ein toller Kerl ist.

Selbstverständlich ist Brutus absolut lieb und freundlich zu allem und jedem. Bei fremden Menschen ist er natürlich anfangs etwas zurückhaltend, aber er taut erstaunlich schnell auf, wenn man liebevoll und ruhig mit ihm umgeht. Er ist absolut gutmütig und lässt alles mit sich machen. Dominanz ist ihm völlig fremd, er gibt lieber nach, ist unterwürfig und froh, wenn ihm niemand etwas tut.

Auch mit anderen Hunden versteht er sich bestens und wäre daher der ideale Zweithund. Wir würden ihn am liebsten zu einem bereits vorhandenen, souveränen Hundekumpel vermitteln, da er die Gesellschaft sein Leben lang gewöhnt ist und sich mit vierbeiniger „Verstärkung“ wesentlich sicherer fühlt. Auch beim Gassigehen sollte er möglichst viel Kontakt mit anderen Hunden haben dürfen.

Eigentlich ist Brutus ein Hund, der überhaupt keine Probleme macht. Im Haus ist er ruhig, sauber und angenehm und beim Spazierengehen läuft er sehr schön an der Leine, ohne zu ziehen. Das anstrengende „Sturm- und Drang-Alter“ hat er inzwischen natürlich auch schon hinter sich. Der liebe Kerl könnte daher auch gerne an ein älteres Ehepaar vermittelt werden, das aber durchaus noch rüstig genug für regelmäßige Spaziergänge sein muss, denn daran hat Brutus jetzt Gefallen gefunden.

Übrigens kommt er auch mit Kindern sehr gut klar, wenn sie ihn – vor allem an Anfang – nicht gar zu sehr bestürmen. Da in seinem Pflegezuhause auch Katzen leben und Brutus diese klaglos akzeptiert, könnte er auch zu einem Stubentiger vermittelt werden.

Auch wenn man nach 8 Jahren Tierheimleben vielleicht auf die Idee kommen könnte: Brutus ist definitiv kein hoffnungsloser Fall. Im Gegenteil. Wer ihm etwas Zeit gibt, Geduld, Verständnis und Liebe mitbringt, wird einen sehr lieben und freundlichen Hund bekommen. Selten haben wir Hunde erlebt, die sich trotz schlechtester Startvoraussetzungen so viel Mühe geben und sich so gut entwickeln. Er hat ein Herz aus Gold, ist einfach nur lieb, anhänglich, dankbar und verschmust.

In Brutus´ neuem Zuhause sollte es am besten eher ruhig zugehen. Trotzdem kann er auch in eine Familie mit älteren Kindern vermittelt werden. Auch ältere Menschen können sich gerne für ihn melden. Es wäre auch toll, wenn in seinem neuen Zuhause bereits ein souveräner Hund leben würde, der Brutus ein wenig „an die Pfote nehmen kann. Das würde sein Einleben sicherlich sehr erleichtern. Auch sollte sein neues Zuhause – idealerweise natürlich mit eingezäuntem Garten – nicht gerade in einer belebten Innenstadt liegen, um ihn nicht zu sehr zu überfordern.

Wer schenkt diesem wundervollen Hund ein Zuhause, wo er in Liebe und Geborgenheit leben und erfahren kann, wie schön ein Hundeleben sein kann? Brutus hat einen so liebenswerten Charakter und wir würden uns unglaublich freuen, wenn er nach all den Jahren ohne echte Bezugsperson endlich seine eigene Familie finden würde.

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