„Buddy“, männlich, Border Colliemix, geb. 2017, 55 cm

Trotz Behinderung Lebensfreude pur – unser blinder Sonnenschein Buddy!

Laut Auskunft seines Vorbesitzers ist Buddy von Geburt an blind. Für ihn ist die Welt also dunkel, er hat noch nie einen Sonnenaufgang gesehen, eine Blume oder sein Herrchen. Ein Grund zum Trübsal-Blasen ist dies für den energiegeladenen Clown allerdings nicht. Immerhin hat er noch seine anderen Sinne, die sehr gut geschult sind. Buddy erlebt seine Umgebung mit den Ohren, der Nase und den Pfoten. Und da er es nicht anders kennt, ist das für ihn die normalste Sache der Welt.

Auf unser Mitleid kann Buddy daher gut verzichten. Mit Sätzen wie „Ach Gott, der arme Kerl!“ kann er nichts anfangen. Nein, Buddy ist fröhlich und glücklich mit seinem Leben und fühlt sich als ganz normaler Hund. Viel mehr als Mitleid und leere Worte braucht er unsere Hilfe und Taten – am besten in Form eines passenden neuen Zuhauses!

Tatsächlich fühlt sich Buddy im Tierheim nicht so recht wohl. Einerseits nerven ihn die anderen Hunde, die er zwar nicht sehen, aber umso deutlicher hören kann. Aufgrund des ständigen Gebells um ihn herum fühlt sich das für ihn so an, als wäre er von Hunden umzingelt. Er weiß nicht, ob die anderen freundliche Absichten haben und da er ja auch das trennende Gitter zwischen den Zwingern nicht sehen kann, kann er nicht einschätzen, ob und wann die anderen Vierbeiner auf ihn treffen oder nicht. Für Buddy ist es schwer, mit dieser Situation umzugehen und so tut er das einzige, das ihm aus seiner Sicht logisch erscheint: Um seine Unsicherheit zu überspielen und sich selbst möglichst stark erscheinen zu lassen, bellt er energisch drauf los und dreht sich dabei teilweise auch im Kreis, um seine (vermeintliche) Stärke auch in alle Himmelsrichtungen hinauszuposaunen.

Dasselbe kann auch beim Spazierengehen passieren, wenn er merkt, dass Hunde in seiner Nähe sind. Dann kann es sein, dass er um sich bellt und in alle Richtungen zerrt. Läuft man dagegen mit ihm ganz allein, geht er sehr schön und brav an der Leine.

Das zweite, was Buddy im Tierheim stark abgeht, ist genügend Beschäftigung und Auslastung. Auch wenn er blind ist, hat er dennoch alle Border Collie-Gene geerbt. Das heißt, er ist ein Energiebündel, temperamentvoll und ausdauernd und ein bisschen Spazierengehen genügt ihm bei weitem nicht, um seinen wachen Geist zu beschäftigen. Buddy bräuchte unbedingt Menschen, die bereit sind, mit ihm zu arbeiten.

Da Agility aufgrund seiner Behinderung ausfällt, muss man sich andere Spielchen einfallen lassen, um Buddy geistig auszulasten. Suchspiele, bei denen er seine Nase einsetzen kann, wären zum Beispiel prima. Und wie jeder andere sehende Hund auch muss Buddy natürlich noch eine ganze Reihe Kommandos lernen. Hier sind Menschen gefragt, die schon etwas Hundeerfahrung mitbringen und Spaß daran haben, sich dieser Herausforderung zu stellen.

Menschen gegenüber ist Buddy übrigens superlieb und gutmütig. Er freut sich riesig über jeden Besucher und kriegt sich fast nicht mehr ein vor lauter Begeisterung. Im jugendlichen Überschwang kann er aber auch ganz schön stürmisch sein. Da er nichts sieht, springt er gerne mal an jedem hoch, um zu spüren, mit wem er es zu tun hat. Aufgrund seiner Blindheit, aber auch seines manchmal überschäumenden Temperaments ist er für kleine Kinder nicht geeignet.

Buddy hat früher mit einer Hündin zusammengelebt und sich stark an ihr orientiert. Es wäre daher schön, wenn er im neuen Zuhause auch eine souveräne Hündin zur Seite hätte. Buddy versteht sich übrigens auch gut mit Katzen.

Im Haus ist er brav, stubenrein und kann sich benehmen. Auch Autofahren ist kein Problem. Trotz seiner Blindheit schwimmt Buddy übrigens leidenschaftlich gern.

Buddy ist sicher kein Begleiter für jedermann. Wir wollen nicht herunterspielen, dass er durchaus hohe Anforderungen an seinen Menschen stellt. Aber er ist auch super anhänglich, dankbar, verschmust und ein lieber (und bildschöner!) Kerl. Mit seiner strahlenden guten Laune zeigt er uns, dass man auch mit Behinderung glücklich sein kann. Um dieses Glück allerdings noch perfekt zu machen, fehlt ihm eine liebevolle eigene Familie… Wer möchte die Herausforderung annehmen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.