„Marian“, weiblich, kastriert, Galgo (spanischer Windhund), geb. 01.01.16, 60 cm

Sensibelchen Marian sucht Galgo-Liebhaber mit Einfühlungsvermögen

Marian teilt das Schicksal vieler Windhunde in Spanien, die nach dem Ende der Jagdsaison nicht mehr benötigt und dann oftmals kurzerhand ausgesetzt werden. Warum soll man auch einen unnötigen Fresser weiterhin durchfüttern, wenn man rechtzeitig zur nächsten Jagdsaison genügend neue Hunde buchstäblich an jeder Straßenecke nachgeworfen bekommt…?

Und dabei hatte Marian noch Glück. In manchen Jägerkreisen ist es in Spanien Tradition, die überflüssig gewordenen vierbeinigen Jagdhelfer an Bäumen aufzuhängen… Unsere Kollegen in unseren spanischen Partner-Tierheimen mussten schon so manchen grausigen Anblick ertragen und so manches traurige Schicksal hautnah miterleben…

So kann Marian noch von Glück reden, dass sie „nur“ ausgesetzt wurde. Sie irrte gerade ziellos durch ein Dorf, war total abgemagert und wäre fast noch überfahren worden, als ein paar Jungs auf ihre Not aufmerksam wurden. Sie schafften es, die verschüchterte Hündin einzufangen und in unser dortiges Partner-Tierheim Albolote/Granada zu bringen.

Fast zwei Jahre verbrachte Marian dort. Obwohl sie noch jung, reinrassig und wunderschön ist, fiel sie niemandem auf. Nie hat sich jemand für sie interessiert, was wohl auch daran liegt, dass Marian sehr ängstlich ist und sich lieber versteckt, wenn Fremde kommen. Schließlich konnten wir es nicht mehr länger mit ansehen. Diese bildhübsche Hündin braucht dringend auch einmal eine Chance. Und so durfte Marian Ende November zu uns nach Kronach ausreisen.

Bei uns hat sich Marian schon sehr gut gemacht und auch schon viel dazu gelernt. Trotzdem darf man anfangs nicht zu viel von ihr erwarten. Bei Menschen, die sie nicht kennt, ist sie nach wie vor sehr schüchtern und zurückhaltend. Ihre bisherigen Erfahrungen mit Menschen werden nicht allzu gut gewesen sein.

Sie ist aber immer absolut lieb und freundlich und lässt gottergeben alles mit sich machen. Sie ist überhaupt kein Angstbeißer, nicht mal dann, wenn sie bedrängt wird. Sie duckt sich unterwürfig oder würde eher den Rückwärtsgang einlegen, niemals aber aggressiv nach vorne gehen.

Bei ihren vertrauten Bezugspersonen ist Marian schon wesentlich anhänglicher geworden, wedelt sogar zaghaft mit ihrem Schwanz oder stupst einen an. Sie lässt sich dann auch gerne streicheln.
Anfangs muss man aber viel Geduld und auch das richtige Fingerspitzengefühl mitbringen, denn Marians Vertrauen muss man sich erst verdienen. Zum Beispiel wäre es völlig kontraproduktiv, sie gleich beim ersten Kennenlernen streicheln zu wollen oder ihr zuviel Aufmerksamkeit zu widmen. In Marians Augen würde man damit regelrecht „mit der Tür ins Haus fallen“ und die neuen Menschen würden ihr schon mal sehr unheimlich und bedrohlich vorkommen. Ignoriert man sie aber erst einmal und geht ganz normal mit ihr Gassi, merkt sie schnell, dass nichts Schlimmes passiert und kommt dann vorsichtig von selbst zur ersten Kontaktaufnahme. Daher suchen wir Menschen, die dafür Verständnis haben und Marian anfangs nicht überfordern.

Größere Kinder wären vermutlich kein Problem, aber sie sollten alt genug sein, zu verstehen, dass man den neuen Hundekumpel anfangs erst mal in Ruhe lassen und nicht bestürmen darf.

Mit anderen Hunden versteht sich Marian übrigens ausgezeichnet. Sie ist auch hier niemals dominant, sondern immer unterwürfig und niemals auf Streit aus. So versteht sie sich gleichermaßen mit Rüden wie Hündinnen, egal ob groß oder klein. Bei uns schmiegt sie sich immer ganz eng an ihre Zwingergenossen und selbst im kleinsten Körbchen findet sie noch ein Plätzchen zum Dazukuscheln. Wir möchten Marian daher gerne als Zweithund vermitteln. Die Anwesenheit eines souveränen Hundekumpels würde ihr Sicherheit geben und ihr sehr helfen, sich in neuer Umgebung zurechtzufinden.

Marian ist ein Windhund, noch jung und braucht dementsprechend viel Auslauf. Sie ist also kein Hund für Stubenhocker. Ob man sie einmal ohne Leine laufen lassen kann, wird die Zeit zeigen, aber erfahrungsgemäß haben alle Galgos Jagdtrieb. Vielleicht kann man sie nur auf übersichtlichen Wiesen in wildarmen Gebieten frei springen lassen. Solange Marian aber noch so ängstlich ist, besteht ohnehin selbstverständlich strengste Leinenpflicht, alles andere wäre zu gefährlich.

Wir glauben, dass Marian noch nicht viele Umweltreize kennengelernt hat. Daher sollte sie in ländlicher Umgebung leben. In einer Stadt wäre sie heillos überfordert. Ein Haus mit sicher eingezäuntem Garten wäre toll, so dass sie auch mal ohne Leine herumtollen kann.

Normalerweise werden Galgos in Spanien von den Jägern in Verschlägen oder Schuppen gehalten. Sie ist also weder das Leben in einem Haus gewohnt, noch kennt sie bereits irgendwelche Kommandos. Ihre neuen Besitzer müssen ihr daher alles zeigen und beibringen.

 

Da Marian im Tierheim sehr ruhig, brav und sauber ist, denken wir allerdings, dass sie kaum Probleme im Haus machen wird. Ihre große Liebe ist ihr Körbchen – hier ist sie ganz der typische Galgo. Je kuscheliger und wärmer, desto besser. Wer weiß, wenn sie zuhause erst einmal etwas aufgetaut ist, findet sie vielleicht auch Gefallen an Sofa oder Bett wie so viele ihrer Galgo-Kollegen…

 

Es gibt Hunde und es gibt Galgos. Diese Rasse ist einfach extra! Schon ihr anmutiges Aussehen mit der schier unendlich langen Nase unterscheidet sie stark vom Otto-Normalverbraucher-Hund. Aber auch charakterlich sind diese Hunde einzigartig. Sie sind extrem sensibel und dürfen nicht mit grober Hand erzogen werden. Menschen, die einen Gebrauchshund à la Schäferhund & Co suchen, werden mit einem Galgo nicht glücklich werden, denn diese Hunde kennen keinen Kadavergehorsam, sondern haben ihr eigenes hübsches Köpfchen. Nur wer diese Rasse kennt, versteht und ihre Eigenarten liebt, wird mit Marian glücklich werden. Genau so einen Galgo-Fan suchen wir für diese zuckersüße Maus. Gerne würden wir Sie beraten.

 

Kontakt:

Tierschutzverein Kronach
Ottenhof 2
96317 Kronach
Tel.: 09261/20111
e-mail: tsvkc@gmx.de
www.tierheim-kronach.de

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