Nur für Frösche gefährlich – die Ringelnatter

Berlin/Sachsenhagen, 30.07.2009. Jedes Jahr im Sommer wenden sich besorgte Menschen mit einem scheinbaren Problem an die aktion-tier Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen: Eine Schlange wurde im Garten entdeckt! Oft wird vermutet, dass es sich um entflohene, möglicherweise sogar giftige, Exoten handelt. Doch meist lässt sich leicht klären, um welche Art es sich wirklich dreht. Eine grünliche, dann wieder hellgraue bis fast schwarze Grundfärbung und vor allem zwei gelbe Flecken am Hinterkopf weisen eindeutig auf die häufigste heimische Schlangenart, die Ringelnatter, hin. Neben der Kreuzotter und der Schlingnatter ist sie der dritte Vertreter dieser Reptiliengruppe im norddeutschen Raum. Der Finder kann meist schnell beruhigt werden, denn nur die Hauptbeutetiere, Amphibien und Fische, müssen die Ringelnatter wirklich fürchten. Sie ist ungiftig und für Menschen völlig harmlos. Trotzdem ist es nicht empfehlenswert, ein gefundenes Tier anzufassen. Ringelnattern verfügen über ein übel riechendes Analsekret, das sie zu ihrer Verteidigung ausscheiden können. Außerdem stehen sie wie alle anderen heimischen Reptilien unter Naturschutz.

Die Körpertemperatur von Schlangen ist wie bei allen anderen Reptilien weitgehend von der Außentemperatur abhängig. Für einen Nattern-Embryo im Ei stellt das wechselhafte Wetter in Mitteleuropa somit ein Problem dar. Schließlich braucht er für seine Entwicklung relativ konstante, eher hohe Temperaturen. Die Schlangenmutter legt daher ihre Eier in verrottenden Pflanzenmaterialien ab. Die Zersetzungswärme verschafft dem Nachwuchs optimale Bedingungen. Häufig wenden Ringelnattern diesen Trick in Komposthaufen an und es legen oft mehrere Weibchen gemeinsam an solchen Orten ihre Gelege ab. Immer wieder kommt es dann vor, dass  Gelege bei Gartenarbeiten „umgeschichtet“ werden. Dabei wird die Architektur des natürlichen Brutkastens durcheinander gebracht, sodass einfaches Zudecken der Eier nicht unbedingt genügt. Die Wildtierstation musste im Juli mehrere solcher Gelege aus einem Komposthaufen aufnehmen, die leider stark vorgeschädigt waren. Dennoch sind aus den etwa 50 Eiern in den letzten Tagen bereits drei kleine Ringelnattern geschlüpft. Die Mitarbeiter der Wildtierstation hoffen, dass noch weitere Jungtiere in der nächsten Zeit schlüpfen. Die jungen Schlangen werden demnächst an einer geeigneten Stelle ausgewildert.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
Weitere Informationen bei:
Dr. Florian Brandes, aktion tier-Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen, Tel.: 05725-708730, Mobil: 0171-6831000,  Florian.Brandes@wildtierstation.de
aktion tier – menschen für tiere e.V.
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