Der stumme Hilfeschrei von Hoppel & Co

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Heute möchten wir einmal eine Lanze brechen für eine Haustier-Art, die wie keine zweite heimlich und im Verborgenen leidet: die Kleintiere, insbesondere die Zwergkaninchen und Stallhasen.
Abgeschottet in Zimmern, Scheunen und Ställen fristen sie oft ein jämmerliches Dasein, unbemerkt von Nachbarschaft und Öffentlichkeit. Sie sitzen in winzigen Käfigen oder Kästchen, in denen sie gerade mal einen Hoppler zu jeder Seite machen können, ihr ganzes Leben lang zu Bewegungslosigkeit und Untätigkeit verdammt. Niemals haben sie es kennengelernt, wie es ist, fröhlich herumzuspringen, zu buddeln und all die Dinge zu tun, die zu einem artgerechten und glücklichen Kaninchenleben gehören.

Oft sind ihre Ställe hoffnungslos verdreckt und seit Monaten nicht mehr ausgemistet, so dass sie auf einer dicken Schicht Exkrementen und fauligem Stroh sitzen müssen. Die Krallen sind oft aufgrund mangelnder Pflege und falschem Untergrund viel zu lang und manchmal schon rund gewachsen, so dass sie ins Fleisch pieksen.
Und wie oft sind Fress- und Wassernäpfe leer, weil der Besitzer wieder einmal vergessen hat, nach seinem einstigen Liebling zu sehen – von Zuwendung, Streicheleinheiten, guten Worten und Beschäftigung ganz zu schweigen. Dieser Luxus bleibt nur wenigen Mümmelmännern vorbehalten.
So vegetieren viele Kaninchen tagein, tagaus vor sich hin, weit entfernt von artgerechter Haltung und unter den erbärmlichsten Bedingungen. Ihr Leid ist leise, denn sie haben nicht wie Hund oder Katze die Möglichkeit, ihren Jammer hinauszuschreien, und so bleibt ihnen nichts anderes übrig, als alles geduldig und klaglos hinzunehmen und auf bessere Zeiten zu hoffen.
Die Tragödien, die wir im Tierheim mitbekommen, wenn die ungeliebten Haustiere letztendlich bei uns abgegeben werden, sind nur die Spitze des Eisberges. Wer weiß, wie viele Millionen Kleintiere in deutschen Haushalten auf das Schlimmste vernachlässigt werden und dahinvegetieren?!
Irgendwann einmal, als sie noch klein und niedlich waren (und Gott weiß, wie verführerisch herzige Kaninchenbabys sind!) aus einer Laune heraus oder für die Kinder angeschafft, ist die Lust an dem lästigen Haustier, das nur Arbeit macht, längst verflogen.
„Hoppel war eigentlich der Hase unserer Tochter, aber nun kümmert sie sich nicht mehr darum. Deshalb müssen wir ihn abgeben“ – wie oft haben wir diesen Satz im Tierheim schon gehört!
Hierzu können wir nur sagen: Liebe Eltern, Ihr seid doch erwachsen und solltet vernünftig sein. Dann seid doch bitte auch so einsichtig und schenkt Eurem Nachwuchs kein Tier, wenn Ihr nicht selbst hundertprozentig damit einverstanden seid, Euch ebenfalls darum zu kümmern. Denn dass bei Kindern die Lust an Füttern und Saubermachen eines Käfigs schnell verfliegt, ist doch eine alte Weisheit. Auch kann man die Verantwortung für ein Lebewesen niemals allein einem Kind übertragen! Die Erziehungsberechtigten sollten immer die Oberaufsicht haben und mithelfen, wenn Not am Mann ist.
Oft hören wir im Tierheim auch folgenden Abgabegrund: „Wir können Stupsi nicht mehr behalten, sie hat unseren Sohn gebissen!“
Wenn man dann genauer nachfragt, tun sich meist Abgründe auf. So erfahren wir dann zum Beispiel, dass Stupsi in einem winzigen Käfig gehalten wurde und keinerlei Möglichkeit zum Austoben hatte. Kein Wunder, dass sich bei ihm, bedingt durch Bewegungslosigkeit und Langeweile, Aggressionen aufgebaut hatten, die er irgendwie herauslassen musste!
Oder die Eltern erzählen ganz verständnislos, dass sie sich das aggressive Verhalten des Kaninchens nicht erklären könnten, denn der fünfjährige Sohn hätte sich doch so viel mit ihm beschäftigt und das Tier jeden Tag zum „Spielen“ herausgenommen. Ganz ehrlich: Würden Sie nicht auch irgendwann zubeißen, wenn Sie von tapsigen kleinen Kinderhänden täglich ohne Rücksicht auf Ihre Bedürfnisse herumgezerrt werden würden und keine andere Möglichkeit hätten, Ihr Missfallen zu äußern? Liebe Eltern, sicher kann ein Zwergkaninchen eine wunderbare Erfahrung und Bereicherung für Ihren Nachwuchs sein. Ihr Kind kann die Bedeutung von Verantwortung erlernen und für ein anderes Lebewesen sorgen. Bitte bleiben Sie vor allem bei kleinen Kindern jedoch immer dabei, zeigen Sie ihnen den richtigen Umgang und wirken Sie korrigierend auf es ein, wenn es gar zu rüde mit dem Kaninchen umgeht. Bedenken Sie immer, dass es sich nicht um ein Spielzeug handelt, sondern um ein Lebewesen, das Bedürfnisse hat, Leid und Schmerz verspürt und genauso wie jedes Lebewesen das Recht auf ein artgerechtes und glückliches Leben hat.
Übrigens, am Rande bemerkt: Fast alle Zwergkaninchen, die im Tierheim mit der Abstempelung „bissig“ abgegeben werden, haben bei uns noch nie irgendein Anzeichen von Aggression gezeigt! Sie flitzen in unseren schönen großen Gehegen herum und können ihr Glück sichtlich kaum fassen, dass sie auf einmal übermütig herumhoppeln können und Platz um sich herum haben! Sie lassen sich gerne anfassen und streicheln und freuen sich ihres Lebens – welch Unterschied zu den oft total verstörten Tieren, die vorher von ihren Besitzern in oftmals hoffnungslos verdreckten Käfigen bei uns abgegeben wurden!
Sehr oft werden auch ganze Würfe junger Kaninchen zu uns gebracht. Die Besitzer erzählen dann, dass ihr Weibchen – oh Wunder! – Junge gekriegt habe. Daran habe man gar nicht gedacht, als man sich ein Pärchen angeschafft habe… Oder man habe gedacht, dass die beiden noch gar nicht geschlechtsreif wären… Hier fragen wir uns dann oft, ob es vielleicht angebracht wäre, die Leute über Blümchen und Bienchen aufzuklären… 🙂 Aber Spaß beiseite, eigentlich ist dies nicht lustig, denn wer sich ein Tier anschafft, sollte vorher über alles Bescheid wissen, einschließlich Geschlechtsreife, Gefahr der Vermehrung etc. Das Leid tragen wieder die unerwünschten Kaninchenbabys, die im Tierheim landen und für die wir erst wieder mühsam neue Familien finden müssen.
Gerade im Moment ist eine richtige Kaninchen-Abgabewelle über uns hereingeschwappt. Interessanterweise ist dies jeden Spätherbst der Fall. Wir vermuten, dass viele Kaninchen den Sommer über im Garten gehalten werden und nun im Winter einfach überflüssig und lästig geworden sind.
15 Zwergkaninchen (außerdem zwei Meerschweinchen und eine Ratte) beherbergen unsere beiden Kleintierzimmer zur Zeit und sind damit hoffnungslos überfüllt. Wir bräuchten daher dringend liebevolle Abnehmer für unsere Mümmelmänner, da wir bei neuen Abgabetieren nicht mehr wissen, wohin.
Unsere Kaninchen sind eine echte Augenweide: schwarz, schwarz-weiß gesprenkelt, weiß mit nur wenig schwarz, wildfarben, rotbraun, blaugrau, braun-beige – fast alle Farben sind vertreten. Das Alter variiert zwischen einem halben Jahr und 2 Jahren. Die Rammler sind übrigens fast alle kastriert. Bitte schauen Sie auf unserer Homepage unter “Kleintiere”, dann finden Sie fast alle unserer heimatlosen Zwergkaninchen abgebildet.
Wir suchen nun nette Menschen, die unseren Mümmelmännern ein wirklich artgerechtes und glückliches Leben bieten möchten. Kaninchenfans, bitte meldet Euch!

5 Antworten auf „Der stumme Hilfeschrei von Hoppel & Co“

  1. Es ist mehr als schade, dass so viele Tiere, egal ob Hund, Katze, Nager oder welche arme Kreatur auch immer, häufig völlig unüberlegt angeschafft,”irgendwie” gehalten und dann (im besten Falle) im Tierheim landen. Wobei sich diese Tiere sicherlich noch glücklich schätzen dürfen, weil sie nicht “einfach” entsorgt wurden. Wenn ich an die mickrigen Käfige denke, graust es mich. Würde ein Mensch freiwillig in einem Kellerloch hausen, 2 Schritte vor,2 zurück&gerade so groß dass man stehen kann, ohne Tageslicht, ohne Zuneigung und ohne Auslauf/Bewegung? Wohl kaum. Aber einen Hasen oder seine armen tierischen Bekannten steckt man einfach so in einen Käfig. Und wenn sie nerven: ab und weg. Bitte: gut überlegen, ob wirklich ein Tier gekauft werden muß. Ein Tier, egal welche Art oder Rasse, hat so viele Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen. Ein Tier zu pflegen ist eine wunderbare Erfahrung&es gibt so viel zurück.

  2. Hallo, endlich mal jemand, der dazu etwas schreibt. Ich würde mir wirklich wünschen, dass Kaninchen ein nerviges Geräusch von sich geben könnten, damit man auch auf sie aufmerksam wird, wenn sie irgendwo in einem kleinen Stall ihr Dasein fristen müssen. Alleine auf engem Raum mit nichts als Körnerfutter! Im verdreckten Stall, ohne Kumpel! Wie kann man nur?
    Ich verstehe sowas nicht, denn ich liebe meine Kaninchen und gerade der Anblick, wie sie hoppeln, graben oder sich nach Zweigen strecken… da kann man die doch gar nicht vernachlässigen.

  3. Es ist schon traurig, das ganze mit anzuhören. Aber es gibt auch Situationen, die es nicht anders erlauben als das Kaninchen allein zu halten und es eben mit sehr viel Menschenliebe zu versorgen.
    So erging es mir im April 2001. Damals gerade über 14 Jahre alt wollte ich ein Kaninchen haben. Muss dazu sagen mein Cousin bekam auch eines zu der Zeit von ner Arbeitskollegin seiner Mum. Meine kleine Marina kam aus dem Tierheim und war ein liebes Kaninchen. Doch als ich versuchte sie mit einem Artgenossen zusammenzusetzen kam es zu Beißattacken ihrerseits. Sie war damals im Wald gefunden worden. Also musste sie ein Leben als Einzelgänger leben. Bis am Samstag, den 30. Mai. Sie hatte sich eine Woche zuvor den Kiefer gebrochen und war am Samstag friedlich eingeschlafen.
    Aber die Kaninchen werden oft wirklich vernachlässigt. Es gibt Haushalte da kommt das Kaninchen nur aus dem Käfig, wenn dieser gereinigt wird. Sonst würde es zu Kämpfen zwischen Hund und Kaninchen kommen. Meinem Kaninchen hingegen ging es mit den beiden Perserkatzen sehr gut. Sie verstanden sich blendend und genossen den Freilauf im Haus. Und so sollte es doch jedem Kaninchen gehen. Liebe seiner Besitzer zu bekommen und falls kein Artgenosse da ist, auch mal kuscheln zu dürfen. Und viel Freilauf muss sein. Je mehr desto besser. Kaninchen brauchen Abwechslung!!!

  4. Ich habe 3 kaninchen und seit 4 wochen 8 meerschweinchen, meine kaninchen leben frei im haus und meine 8 meris habem 8 quadratmeter gehege weil die nicht stubenrein sind.meine tiere sind gleichberechtigte mit bewohner die bekommen winter genauso grüen futter wie im sommer( beste qualitaet) was ich nicht essen werde gebe ich meine tiere auch nict ( tiere sind nichtmülleimer) Bevor mann sich eine tier anschaft das muss man denken.
    und aufhöhren staendig nage süchten!! in meine augen das ist eine sünde!!

  5. The silent cry for help from hopping!
    Locked-up in rooms, barns and stables, they often live a miserable existence, unnoticed by neighbors and the public. They sit in tiny cages or boxes in where they can only make one hop from side to side, all their lives condemned to immobility and inaction. They never get to know what it´s like to jump about happily, to dig and do all the things that belong to a happy life for rabbits. Often their stalls are hopelessly dirty and haven´t been cleaned out for months, so they have to sit on a thick layer of excrement and rotting straw. Their nails are often too long due to lack of maintenance and false underground, and sometimes even so much overgrown, that they prick in their own flesh, and often their feeding and water bowls are empty because the owner has once again forgotten to look after his former favorite pet. To say nothing of affection, cuddles, good words, and occupation altogether. This luxury is only reserved for a few. So many rabbits vegetate day in and day out, a long way off from welfare-friendly keeping and under the most miserable of conditions. Their grief is silent, because they, unlike dogs or cats, their cry for help cannot be heard. This leaves them no choice but to accept everything patiently and without complaint, and hope for better times.

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